Sylvia Hennebach-Werner

Fettleibige Kinder sterben noch vor ihren Eltern

Adipositas tötet mehr Erwachsene als Unfälle, Morde oder Selbstmord!

Der rapide Anstieg von Fettleibigkeit bei Kindern hat zur Folge, dass fettleibige Kinder eine bis zu fünf Jahre geringere Lebenserwartung haben. Sie könnten sogar noch vor ihren Eltern sterben, denn die mit der Fettleibigkeit verbunden Risikokrankheiten wie beispielsweise

können im weiteren Leben der Kinder zu ihrem vorzeitigen Tod führen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie der University of Illinois, berichtet die New York Times.

Die aktuelle Studie ermittelt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der heutigen Erwachsenen, die bei 77 Jahren liegt, durch die Auswirkungen der Fettleibigkeit um mindestens vier bis neun Monate verkürzt wird. Das bedeutet, dass mehr Menschen vorzeitig durch Fettleibigkeit sterben als durch Unfälle, Morde oder Selbstmord. Bei Kindern sind die Auswirkungen sogar noch höher, denn die Lebensspanne von fettleibigen Kindern ist zwei bis fünf Jahre kürzer als jene normalgewichtiger Kinder. Der lebensverkürzende Effekt von Adipositas bei Kindern ist sogar größer als die Auswirkungen von Herzkrankheiten oder Krebs, so die Experten. "Unsere Schätzungen sind sogar noch sehr zurückhaltend, denn die tatsächlichen Auswirkungen der Fettleibigkeit bei Kindern werden sich erst in den kommenden Jahren abzeichnen. Ich denke aber, dass die negativen Effekte weit größer sind als wir derzeit belegen konnten", erklärte Jay Olshansky, der Leiter der Studie.

"Derzeit haben wir die erste Generation fettsüchtiger Kinder, die ein so ungesundes Leben führt, dass sie noch vor ihren Eltern sterben könnte. Und dabei befinden wir uns noch in der Ruhe vor dem Sturm. Denn zurzeit können wir einen noch nie da gewesen Anstieg von Adipositas bei immer jüngeren Kindern beobachten", erklärte David Ludwig, Co-Autor der Studie und Direktor des Adipositas-Programms am Children's Hospital Boston.

Laut Angaben des Centers for Disease Control and Prevention sowie des New England Journals rangiert die Zahl der jährlichen Todesfälle durch Fettleibigkeit zwischen 300.000 und 400.000. Eine effektive Vorgehensweise gegen das steigende Problem sehen die Experten in einer verstärkten Gesundheits- und Vorsorgepolitik, denn andernfalls werden die Sozialkosten in den kommenden Jahren explodieren.

Fundstelle: Pressetext Austria 17.3.2005

Amerikas Baby werden immer dicker

Washington (afp) Die Fettleibigkeit in den USA betrifft in zunehmendem Maß auch schon Babys. Das Fachblatt "Obesity" berichtet von einer Langzeitstudie der Harvard Medical School, bei der das Gewicht von mehr als 120.000 Neugeborenen und Kleinkindern beobachtet wurde. Daraus ergab sich, dass 5,9% der Babys unter sechs Monaten im Jahr 2001 als fettleibig einzustufen waren, während der Anteil 20 Jahre zuvor bei 3,4% lag.

Mehr als jedes 10. Baby (11,1 Prozent) ist der Studie zufolge übergewichtig, die nach der Fettleibigkeit zweithöchste Einstufung.

Fundstelle: NGZ vom 14.8.2006 Seite B7

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