Sylvia Hennebach-Werner

Patienteninformation zur Bowen-Therapie

Wer war "Bowen"?

Foto

Der Name Bowen-Therapie geht auf den Australier Thomas A. Bowen (1916-1982) zurück. Eigentlich ein Arbeiter mit ausgeprägtem sozialen Engagement in der Heilsarmee, schuf Bowen eine Form der manuellen Therapie, die mit vielen Konventionen brach, dabei aber außergewöhnlich schnelle und nachhaltige Behandlungsergebnisse vorweisen kann. Von den fünfziger Jahren an entwickelte er seine eigene Methode. Er selbst bezeichnete sich als Osteopath. Tom Bowen hat dabei nie eine formelle Ausbildung medizinischer oder paramedizinischer Art durchlaufen. Durch seine Behandlungserfolge erlangte er einen hohen Bekanntheitsgrad: Im Jahr 1975 registrierte eine Kommission zur Evaluierung alternativer Heilweisen der Regierung von Victoria 13.000 (!) Patienten pro Jahr in Bowens Praxis. Sie war damit eine der betriebsamsten ihrer Art in Australien. Bis zu seinem Tod hat Bowen jedoch keinen Lehrbetrieb für seine Methode aufgenommen. Tom Bowen blieb, trotz seiner außergewöhnlichen Karriere, Zeit seines Lebens ein Mann der einfachen Leute. Samstags war seine Praxis für den normalen Publikumsverkehr geschlossen - dieser Tag war reserviert für die kostenlose Behandlung behinderter Menschen und der Footballspieler, die vom wöchentlichen Samstagsspiel Blessuren davon getragen hatten. 2002 wurde ihm zu Ehren ein Denkmal, in einem Park gegenüber seiner ersten Praxis, errichtet.

Was ist Bowen-Therapie?

Um diese aus Australien stammende manuelle Therapieform zu beschreiben, zunächst ein paar Stichworte, wodurch die Bowen-Therapie gekennzeichnet ist:

"Naturheilkundliche" Wirkweise"

Damit ist die Nutzung der dem Organismus innewohnenden Selbstheilungskräfte gemeint. Nicht die Methode oder gar der Therapeut heilen.
Es wird nichts aktiv „zurechtgerückt", es wird nur der Weg zur Selbsthilfe gewiesen.

  1. Sanft für Patienten und Behandler.
    Die Bowentherapie ist nicht invasiv oder mit großer Krafteinwirkung verbunden. Oft können sich Patienten und Studierende kaum vorstellen, dass mit „so wenig" so viel erreicht werden kann. Für den Therapeuten stellt die Bowentherapie eine schonende Möglichkeit dar, den Patienten effektiv und ganzheitlich manuell zu behandeln.
  2. Hohe Effektivität und Nachhaltigkeit
    Die autoregulativen Kapazitäten werden durch Bowen-Therapie solcher Art nutzbar gemacht, dass durch die induzierte Reorganisation die betroffenen Strukturen ihre freie physiologische Funktion in dem Maß und der Geschwindigkeit wiedererlangen, wie es der individuellen Situation jedes Patienten entspricht. Durch Bowen-Therapie werden Zustände wie Schmerzen, Myogelosen, Verkrampfungen, Schonhaltung, usw. überflüssig gemacht. Der Organismus kann diese „steckengebliebenen" Gegenregulationen aufheben.
  3. Uneingeschränkte Anwendbarkeit
    Es gibt keine Kontraindikationen. Vom Säugling bis ins hohe Alter kann jeder Patient risikofrei behandelt werden. Einzige Ausnahme: bei Schwangeren werden, um jegliches Risiko auszuschließen, einige Griffe nicht angewendet. Nach frischen Verletzungen ist der Einsatz so früh wie möglich angezeigt, je früher desto effektiver. Auch der Kombination mit anderen naturheilkundlichen Methoden steht nichts entgegen.

Bowen-Moves - Das Handwerkszeug.

Die Arbeit am Körper besteht aus gezielt zusammengestellten Folgen von sanften, querverlaufenden Manipulationen des Gewebes (Muskel, -faszien, Sehnen und Bänder). Vorbereitend wird durch eine leichte Bewegung Hautspannung herausgenommen. Daraufhin werden die ausführenden Finger etwas gegen die im Move anvisierten Strukturen aufgekantet, und schließlich in gleichmäßiger Bewegung mit einem gewissen Druck über diese hinweg geführt. Wichtiger Bestandteil der Behandlung sind außerdem ausreichend lange Pausen. ähnlich einer homöopathischen Mittelgabe, nach der man in der Regel einige Zeit einräumen muss, während der man das Mittel „laufen" lässt, benötigen Bowen-Moves zur Wirkungsentfaltung einen kurzen Zeitraum, während dem der Patient ruhig liegen bleibt, um dem Körper Gelegenheit zu geben die gegebene Information aufzunehmen und sinnvoll zu verarbeiten. Die Therapie leitet den Selbstheilungsprozess durch eine sehr rasche, tiefe Entspannung der betroffenen Strukturen und durch die Lösung energetischer Blockaden ein.

Erklärungsansätze - Die Theorie

Zurzeit werden u.a. in den USA von Medizinern verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze für die verblüffend tief greifende Wirkung der Bowen-Therapie diskutiert. Eine Theorie geht davon aus, dass die Bowen-Moves zur Rehydratation von lokal begrenzt dehydrierten Faszien führt, welche danach die strukturelle Grundlage einer Dysfunktion darstellen.

Weitere Infos finden Sie unter ISBT - Bowentherapie

zurück